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Wahlkampf-Strategie · Westerwaldkreis

Vor Ort gewinnen.

Im Westerwald.

Wie linke Politik in 192 Ortsgemeinden, an 200.000 Türen und auf zehn Dörfern wieder Boden gewinnen kann.

Strategiepapier · Recherche & Konzept

Worum es geht

Sechs Schritte für einen gerechteren Westerwald

01

Ausgangslage Westerwaldkreis

Wo wir stehen – 2,0 % Linke vs. 14,7 % AfD vs. 38,3 % CDU

02

Erfolgsfaktoren mit Detail-Methoden

Vier Fallstudien – diesmal mit konkretem Werkzeugkasten

03

Übersetzung in den ländlichen Raum

Was funktioniert anders auf 192 Dörfern als in Neukölln?

04

Strategischer Rahmen

Drei Ebenen einer Westerwald-Kampagne

05

Themen finden & setzen

Neun Westerwald-Themen mit konkreten Forderungen

06

Operativer Plan & Risiken

12-Monats-Fahrplan und was schiefgehen kann

Wo wir stehen

Die Lage in Zahlen – Kommunalwahl 2024 & Strukturdaten

Kreistagswahl 2024
38,3 %
CDU – 20 Sitze, dominante Kraft
14,7 %
AfD – 7 Sitze (+3), zweitstärkste rechte Kraft
8,3 %
Grüne (–3 Sitze), starker Verlust
2,0 %
Linke – 1 Sitz (–1), am Rand

200.000 Einwohner · 10 Verbandsgemeinden · 192 Ortsgemeinden · Montabaur größte Stadt (14.884 EW) · Heuzert kleinste (122 EW)

Die Chance
Im Westerwald bedeutet "vor Ort sein" etwas anderes als in Berlin. Aber das Prinzip funktioniert auch hier – wenn man es übersetzt.
Drei Aufgaben: AfD kleinhalten · CDU bei sozialen Themen herausfordern · Nichtwähler:innen erreichen
Kapitel 02

Was funktioniert?

Vier Fallstudien aus dem linken Spektrum – Methoden, Werkzeuge und Beispiele.
Neukölln · Leipzig · New York · Barcelona

Ferat Koçak – Neukölln 2025

Sechs Werkzeuge der Organizing-basierten Kampagne

Die Zahlen
139.000
Haustüren besucht
51.000
Gespräche geführt
~ 200
Aktive an Aktionswochenenden
30 %
Erststimmen (vorher ~13 %)
2.500 €
Gehaltsdeckelung, Rest an Sozialfonds
„Das ist kein Wahlkampf mehr, das ist eine Bewegung." — Ferat Koçak

Die Werkzeuge

Stimmbezirks-Mapping am Schreibtisch
86 Stimmbezirke à ~1.000 EW nach Sozialstruktur priorisiert. Wo verspricht Mobilisierung den größten Hebel?
Beispiel: dichte Mietshäuser mit hoher Wahlenthaltung zuerst. Entgegen des ansatzes der Klientelmobiliserung.
"Aktivisti"-App mit Live-Tracking
Wahlkämpfer:innen tracken jede Tür, jedes Gespräch, jede Zusage. Daten gehen live an die Kampagnenleitung.
Gesprächsleitfaden 70/30
70 % zuhören, 30 % sprechen. Einstieg: "Was würdest du machen, wenn du Bundeskanzlerin wärst?" Dann zu Mieten/Verteilung leiten.
Abschluss: "Kannst du dir vorstellen, Ferat zu wählen?" Eintrag in Liste.
Tasche für jede:n Aktiven
Klemmbrett, Gesprächsleitfaden, Flyer, Türhänger für nicht angetroffene Bewohner:innen, Kontaktliste.
Aktionswochenenden mit bundesweiter Anreise
Refugio Neukölln als Hub: Auftakttreffen, Einweisung, Beutel verpacken, in 2er-Teams losschicken. Allein ein Wochenende: 43.000 Türen.
Stadtteilversammlung als Programm-Werkstatt
Anliegen aus den Gesprächen werden öffentlich gebündelt und zu Wahlversprechen gemacht. Auch ohne Wahlrecht mitreden.

Nam Duy Nguyen – Leipzig-Ost 2024

Wie 200 Menschen aus 50.000 Türen 17,7 % Stimmenplus gemacht haben

Der Kontext: Leipziger Osten – sozial heterogen, kein traditioneller Linke-Wahlkreis, AfD-Sog im Hintergrund. Innerhalb von sechs Monaten verdreifachten sich die Erststimmen von 22 % auf 39,8 %. Diese Strategie wurde später eins zu eins für Neukölln kopiert.

Drei Erkenntnisse mit Westerwald-Übersetzung
01

Skalierbarkeit ist machbar

50.000 Türen pro Wahlkreis sind kein Berg. Mit 200 Aktiven & klarer Methode klingelt jede:r ein paar Wochenenden lang 250 Türen ab.

Im Westerwald: 100 Aktive × 50 Türen × 4 Wochenenden = 20.000 Kontakte.
02

Sozialstruktur statt Stammland

Sachsen widerlegt: "Hier wählen alle AfD." Genaueres Hinsehen zeigt – Mieter:innen, junge Familien, Pendler:innen sind ansprechbar.

Im Westerwald: Pendler-Dörfer entlang B255 und ICE-Strecke als Pilotgebiete.
03

Person + System, nicht nur Person

Eine glaubwürdige Person reicht nicht. Es braucht Mapping, App, Schulungen, Logistik. Person ist Gesicht, System ist Motor.

Im Westerwald: System und Person müssen glaubhaft zusammenpassen.

Zohran Mamdani – New York 2025

Die Methoden hinter 100.000 Freiwilligen

Was übertragbar ist
Solidarity-Tech-CRM: jeder Klick wird zur Freiwilligen

Influencer-Posts und Reels führten direkt zu Sign-up-Seite. Eingaben landeten im CRM, automatische SMS lud zum nächsten Canvassing ein.

Ergebnis: 50.000 echte Freiwillige aus Online-Engagement.
"Staging Locations" als dezentrale Hubs

Private Wohnzimmer, kleine Läden, Gemeindesäle als temporäre Wahlkampfbüros. WLAN, Toilette, Kaffee. Aktive treffen sich, bekommen Briefing, ziehen los.

Schließt die Lücke zwischen Hauptbüro und Haustür – ideal für Flächenkreis.
"73 Nachbarschaften" – Mikro-Lokalisierung

Jede Nachbarschaft hatte eigene Co-Leads, eigene WhatsApp-Gruppe, eigene SMS-Listen. Online-Anmeldung für konkrete Zeit + Ort.

WW-Übersetzung: jede der 10 Verbandsgemeinden = eigene "Nachbarschaft".
Rebuttal-Training für Freiwillige

Hört man "Gratis-Bus ruiniert die Stadt", lautet die trainierte Antwort vorbereitet. Volunteers bekommen Spickzettel mit den 10 häufigsten Einwänden plus Antworten.

Listening Sessions zu lokalen Mikro-Themen

Chinatown: kleine Gewerbemieten. Staten Island: ÖPNV-Forum. Brooklyn: Senioren-Sicherheit. Inhalte je Nachbarschaft angepasst.

Die Zahlen
100.000+
Freiwillige rekrutiert
3 Mio.
Türen geklopft
4,5 Mio.
Anrufe getätigt
73
Nachbarschaften organisiert
3 von 4
jungen Wähler:innen für Mamdani

Barcelona en Comú – Ada Colau 2015

Wie eine Bürger:innen-Plattform zur Stadtregierung wurde

Aus der Anti-Zwangsräumungs-Bewegung PAH entstand 2014 eine Bürger:innen-Plattform. Ein Jahr später wird Aktivistin Ada Colau Bürgermeisterin – als Bewegungspartei, nicht als klassische Partei. Das Modell heißt "Municipalismus" und ist die ideale Übersetzung für kleine Kommunen.

Vier Bauprinzipien mit Methode

Programm-Werkstatt von unten

Über Monate Online-Konsultationen + offene Versammlungen in den Stadtteilen. Programm wird gemeinsam erarbeitet, dann redaktionell verdichtet.

Konkret: 5.000 Vorschläge → 40 Achsen → 1 Programm.

Konkrete Lebensfrage als Aufhänger

Nicht "Kapitalismus", sondern "Zwangsräumungen stoppen". Aus dem konkreten Konflikt entsteht das politische Subjekt.

WW-Analogie: Hausarztpraxis-Schließung als Mobilisierungs-Anlass.

Bündnis statt Parteienlogik

Plattform ist keine Partei, sondern Koalition: Bewegungen + linke Kleinparteien + parteilose Aktive. Niedrige Eintrittshürde.

In RLP: Mietervereine, Pflege-Initiativen, lokale Vereine als Verbündete.

Code of Ethics für Mandatsträger:innen

Schriftlich fixiert: Gehaltsdeckelung, Rotation, Rechenschaft, Transparenz aller Treffen mit Lobbyist:innen.

Genau wie bei Koçak: Mandatsbeitrag fließt in Sozialfonds.

Was alle erfolgreichen Beispiele teilen

Sieben gemeinsame DNA-Elemente – das Konzentrat

1

Listening First, immer

Vor dem Sprechen kommt das Zuhören – als Methode mit Leitfaden, nicht als Höflichkeit.

2

Konkrete, lokale Versprechen

"Mietendeckel", "kostenloser Bus", "Hausarzt im Dorf". Keine Floskeln, keine "Transformation".

3

Freiwillige statt PR-Agentur

Aktive Teilhabe, getragen von Sinn und Methode. Keine PR-Firma kann das ersetzen.

4

Daten + Mensch

Mapping, Apps, Tracking, CRM – aber das Gespräch an der Tür bleibt menschlich und offen.

5

Authentische Personen aus dem Raum

Aus dem Stadtteil, dem Dorf, dem Tal. Mit Biografie, mit Geschichte, glaubwürdig, nicht-poliert.

6

Klare Gegner – ohne Spaltung

Konzerne, Spekulanten, Privatisierer als Gegner. Nicht: andere Arme, Migrant:innen, "die Stadt".

7

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Die Bewegung bleibt. Versammlungen weiter, Mandat als kollektives Mandat, Code of Ethics.

Kapitel 03

Vom Kiez aufs Dorf.

Neukölln hat 330.000 Menschen auf 45 km². Der Westerwaldkreis hat 200.000 auf 989 km². Die Methoden funktionieren – aber sie müssen übersetzt werden. Drei Anpassungen entscheiden über Erfolg.

Drei Anpassungen für den Westerwald

Was im Stadtteil funktioniert, muss aufs Dorf übersetzt werden

01

Dorf statt Stimmbezirk

Mapping läuft nicht über Stimmbezirke, sondern über Dörfer und Wohnplätze. Pro Dorf 1–2 Multiplikator:innen finden, die das Sozialgefüge kennen.

192 Ortsgemeinden = 192 Mikro-Strategien. Beginn mit 20 Pilot-Dörfern entlang Hauptachsen.
02

Bestehende Orte nutzen

Statt eigener Wahlkampfbüros: Backhaus, Dorfgemeinschaftshaus, Schützenheim, Bushaltestelle, Edeka-Parkplatz, Wochenmarkt Hachenburg. Wo Leute sowieso sind.

Mamdani-Methode "Staging Locations" als Wohnzimmertreffen, Vereinsheim, Café.
03

Anschlussfähig statt avantgardistisch

Sprache, Auftreten, Themen müssen anschlussfähig sein. Keine Berliner Linguistik, keine urbane Pose. Solidarität als westerwäldische Tradition – Feuerwehr, Verein, Nachbarschaftshilfe.

"Wir machen den gleichen Westerwald, nur weniger ungerecht" – nicht: "Wir transformieren die Region."

Drei Ebenen einer Westerwald-Kampagne

Wer was wann macht – und warum

BEWEGUNG

Die Menschen im Dorf als Basis

  • Nachbar:innen, Eltern, Pendler:innen, Senior:innen.
  • Kommen wegen eines konkreten Problems – Hausarzt weg, Bus weg, Sporthalle marode.
  • Niedrigschwellig: Backeshaus-Versammlung, Sammlung von Anliegen, Petition.

KAMPAGNE

Die organisierten Aktiven

  • Mitglieder, Freiwillige, Allies aus Vereinen, Gewerkschaften, Kirchen.
  • Pro Verbandsgemeinde ein kleines Team, ein Co-Lead.
  • Schulungen, Aktionswochenenden, WhatsApp-Gruppen, Tracking-Tool.

KANDIDATUR

Die Person aus dem Raum

  • Glaubwürdige Repräsentation – mit Westerwald-Biografie, Dialekt, lokalen Bezügen.
  • Person bleibt erreichbar: Sprechstunde rotierend in allen 10 VGs.
  • Code of Ethics: Gehalt deckeln, Sozialfonds, max. zwei Legislaturen.

Vier Methoden für den Westerwald

Empirisch, nicht ideologisch – mit konkreten Anpassungen

01

Haustür-Pilot in 5 Pilot-Dörfern

3 Monate vor Kampagnenstart: 1.000–1.500 Türen in fünf strukturell unterschiedlichen Dörfern. Offene Frage: "Was läuft hier falsch?"

Je 1 Dorf in VG Selters, Westerburg, Bad Marienberg, Rennerod, Wirges.
02

Backhaus- & Dorfversammlungen

Bestehende Räume buchen, einladen, moderieren. Nicht: vortragen. Sondern: zuhören, sammeln, gemeinsam priorisieren. Klassische Westerwald-Versammlung neu interpretiert.

Vereinsheime, Pfarrsäle, Schützenhäuser bieten oft kostenlose Räume.
03

Allianzen mit lokalen Strukturen

Mieterbund (Koblenz/Limburg), Pflege-Initiativen, Eltern-Inis, Sportvereine, ev. & kath. Gemeinden, Feuerwehren. Wo schon Solidarität existiert, andocken.

VdK & Sozialverband Westerwald als Kontaktbrücke zu Senior:innen.
04

Daten + Wanderungen

Pendlerstatistik, Hausarzt-Versorgungsgrad, Mietspiegel-Daten lesen. Dazu: durch Dörfer wandern, mit Wirten reden, an der Bushaltestelle warten.

Regioboard Westerwald liefert offen Pendlerströme, Demografie, Kennzahlen.

Vom Befund zur Botschaft

Der Trichter: aus 50 Anliegen werden 3 Schwerpunkte

Phase 1 – Sammeln 50–80 Themen aus Haustür, Backhaus-Versammlungen, Daten
Phase 2 – Clustern Verwandte Themen bündeln (Bus + Pendlerzeit + Schulbus = Mobilität)
Phase 3 – Bewerten Filter: Reichweite (Dörfer + Bevölkerung), Spürbarkeit, kommunale Handhabbarkeit
Phase 4 – Zuspitzen 3 Kernbotschaften, je 1 Satz
Beispiel-Ergebnis dreier Schwerpunkte für den Westerwald
"Der Westerwald braucht Ärzte – und wir holen sie." Kommunaler Niederlassungsfonds + MVZ in jeder VG.
"Niemand darf abgehängt sein." Bus im Stundentakt bis 22 Uhr, Sozialticket, Schulbus zuverlässig.
"Wohnen darf nicht arm machen – auch hier." Vorkaufsrecht für Kommunen, kommunale Wohnungen, Mietspiegel.

Neun kommunale Themen mit konkretem Hebel

Westerwald-spezifisch – mit Problem & lokaler Forderung

Hausärztliche Versorgung01
Problem: 13 Praxen geschlossen, nur 8 neu eröffnet. 18 Hausärzt:innen ausgeschieden.
Kommunaler Niederlassungsfonds + MVZ in jeder VG. Stipendien mit Rückkehrpflicht.
ÖPNV & Schulbus02
Problem: Schulbus-Chaos nach VRM-Umstrukturierung 2024. Pendler haben keine Alternative zum Auto.
Stundentakt bis 22 Uhr auch auf Nebenstrecken. Schülerticket gratis. On-Demand-Verkehr.
Wohnen03
Problem: Mietsteigerungen entlang ICE-Strecke nach Frankfurt. Leerstand auf Dörfern, Bauland teuer.
Kommunales Vorkaufsrecht aktiv nutzen. VG-eigene Wohnbaugesellschaft. Leerstands-Sanierung fördern.
Kinder & Familie04
Problem: Marode Schulen, Kita-Plätze knapp, Schulwege lang, Kinderarmut auch im wohlhabenden WW.
Gebührenfreie Kita, gratis Schulessen, Sanierungsoffensive Grundschulen, Sozialpass.
Arbeit & Pendeln05
Problem: Viele pendeln nach Koblenz/Bonn/Frankfurt. Pflegekräfte am Limit. Mindestlohn-Defizite.
Pendlerpauschale aufstocken. Mehr Co-Working in den VGs. Tariftreue bei kommunalen Aufträgen.
Pflege & Senior:innen06
Problem: Pflegeheime privat & teuer. Pflege zu Hause oft ohne Hilfe. Sozialstationen unterfinanziert.
Kommunale Pflege-Stützpunkte. Demenz-Wohngruppen in Dörfern. Mobile Pflegeteams stärken.
Vereine & Daseinsvorsorge07
Problem: Sporthallen marode, Dorfläden weg, Schwimmbäder bedroht, Vereinsleben unter Druck.
Sanierungsfonds für Vereinsstrukturen. Dorfladen-Förderung, Bürgerbusse, Schwimmbäder erhalten.
Gegen Rechts08
Problem: AfD bei 14,7 % im Kreistag, Tendenz steigend. Demokratie-Initiativen schwach finanziert.
"Aktion Mitmensch"-Strukturen stärken. Lokale Bündnisse unterstützen. Demokratie-Bildung in Schulen.
Energie & Klima09
Problem: Wind & Solar werden umstritten. Energiearmut steigt. Wärmewende ohne Plan.
Bürgerenergie-Genossenschaften fördern. Sozial gestaffelte Wärmewende. Erträge im Kreis halten.

12-Monats-Fahrplan für den Westerwald

Von der Idee zur Wahlnacht – mit Westerwald-Meilensteinen

M-12 bis M-9 FUNDAMENT
Team-Kern bilden (5–10 Personen pro VG)
Verbündete: VdK, Mieterbund, Pflege-Inis
Sozial- & Pendlerdaten der VGs aufbereiten
Pilot-Dörfer auswählen (5 strukturell unterschiedlich)
M-9 bis M-6 ZUHÖREN
Haustür-Pilot: 1.000–1.500 Türen in 5 Dörfern
Themen clustern & priorisieren
Erste Backhaus-Versammlungen in jeder VG
Allianzen mit lokalen Vereinen aufbauen
M-6 bis M-3 AUFBAUEN
Kandidat:in aus dem Westerwald präsentieren
Freiwillige rekrutieren & 1-Tages-Schulungen
3 Kernbotschaften finalisieren
Social-Media-Präsenz – Reels mit lokalen Bezügen
M-3 bis M-1 ESKALIEREN
Aktionswochenenden mit Landesverbands-Unterstützung
WW-Kurier, Radio Westerwald gezielt bespielen
Sichtbarkeit auf Wochenmärkten, Festen, Kirmes
Konkrete Wahlzusagen sammeln und tracken
M-1 bis Wahl MOBILISIEREN
Get-Out-The-Vote: alle Zugesagten persönlich
Wahlnacht als Bewegungsfest in Montabaur
Letzte Türen-Welle, Schwerpunkt Nichtwähler:innen

Was du im Westerwald beachten musst

Drei Stolperfallen – drei Sicherungen, plus Westerwald-Warnungen

Stolperfalle

Berliner Sprache, urbane Pose

Akademisches Vokabular, Habitus aus Stadt-Szene, Belehrungs-Ton – wirkt im Dorf instant abstoßend.

WW: "Solidarität", "Zusammenhalt", "anständig" funktionieren – "Marginalisierung" und "Awareness" nicht.
Sicherung

Westerwald-Anschluss von Anfang

Kandidat:in & Sprecher:innen kommen aus dem Raum, sprechen die Sprache, kennen die Vereine. Sprache wird konkret und alltagsnah.

Stolperfalle

Inhalts-Overload & Verzettelung

Versuch, in jeder VG anders zu sein, alle 9 Themen gleich stark zu spielen. Niemand erinnert sich an 17 Forderungen.

Sicherung

Drei Botschaften, beinhart

Drei Sätze, die jede:r Aktive im Schlaf aufsagen kann. Lokale Anpassung ergänzt, ersetzt nicht.

WW: "Hausarzt im Dorf – Bus im Takt – Wohnen bezahlbar" als möglicher Dreiklang.
Stolperfalle

Klassische Wahlkampf-Reflexe

Plakat-Debatten, Pressemitteilungen, Selbstdarstellung, Promi-Auftritt aus Mainz – statt Gespräche an den Türen.

Sicherung

Aktionsbudget statt PR-Budget

70 % Ressourcen in Haustür, Versammlungen, Schulungen. 30 % in Sichtbarkeit. Nicht umgekehrt.

WW: Mobilität (Sprit, Fahrgemeinschaften) als eigenständiger Budgetposten – Distanz frisst Geld.
Stolperfalle

Bewegung verpufft nach Wahl

Wahlabend = Party, dann Stille. Aktive ziehen sich zurück, Mandat wird zur "Karriere".

Sicherung

Kollektives Mandat von Anfang an

Code of Ethics schriftlich: Gehaltsdeckelung, Sozialfonds, max. 2 Legislaturen, rotierende Sprechstunde. Backhaus-Versammlungen verbindlich fortsetzen.

WW: Wahlkreisbüro alle 4 Wochen in einer anderen VG – Person muss in Bewegung bleiben.
Zusammenfassung

Drei Sätze für den Westerwald.

01

Politik gewinnt man an der Tür – auch im Westerwald.

Nicht bei Talkshows in Mainz, nicht im Kreistagssaal. Wer 30.000 Türen in 192 Dörfern geklopft hat, hat etwas, was Geld nicht kaufen kann: Vertrauen.

02

Themen kommen aus dem Backeshaus, nicht dem Vorstand.

Das Programm des Westerwaldkreises liegt im Westerwaldkreis – im Schützenheim, an der Bushaltestelle, auf dem Wochenmarkt in Hachenburg.

03

Die Wahl ist ein Etappenziel.

Ziel ist eine dauerhafte Bewegung, die nach der Wahl die AfD im Kreistag herausfordert und der CDU die soziale Frage nicht überlässt. Erst dann verändert sich wirklich etwas.

Recherche-Basis: BTW 2025 (Koçak / Nguyen) · Kommunalwahl Westerwaldkreis 2024 · Barcelona en Comú (2015) · Zohran for NYC (2025) · WW-Kurier · Statistisches Landesamt RLP
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